Atmung – Parasympathikus


Wie du deinen inneren Heiler aktivierst


Mammutaufgabe



Gesundheit ist kein starrer Zustand, genauso wie Krankheit kein starrer Zustand ist. Wer seine eigene Gesundheit in die Hand nehmen will und auf der Suche nach Ratgebern in einer Buchhandlung stöbert oder eine online Recherche startet, landet in einem Labyrinth. Sich zwischen all den Ansätzen, Methoden und Trends zurechtzufinden wird zu einer Mammutaufgabe. Sei es Bewegung, Ernährung, Schlaf oder Achtsamkeit, alles scheint gleich wichtig und unverzichtbar.


Vegetatives Nervensystem

Der Schlüssel zu unserem vegetativen Nervensystem ist die Atmung. Es gibt wohl kaum etwas selbstverständlicheres als das Atmen. Doch in unserem Körper ist das ein besonderer Vorgang. Denn im Unterschied zum Herzschlag oder zur Verdauung können wir unsere Atmung bewusst steuern, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten. Andererseits wird unsere Atmung sofort übernommen, wenn wir nicht daran denken. Und das von niemand anderem als dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Doch die beiden wirken nicht nur auf unsere Atmung. Die Atmung wirkt auch auf sie zurück. Diese Rückwirkung gibt uns einen Schlüssel in die Hand, um unser vegetatives Nervensystem wieder in die richtige Bahn zu lenken.

Wir sollten noch einen Blick darauf werfen, wie unsere Atmung mit dem Nervensystem zusammenhängt. Jedes Mal, wenn wir einatmen wird der Sympathikus aktiv und beeinflusst unseren Organismus in Richtung Aktivität, Aufmerksamkeit, Mobilisierung der Energiereserven. Wenn wir im Notfall-Modus sind, ist dieser Effekt besonders stark. Dann verursacht der Sympathikus eine schnelle oberflächliche Atmung, die viele Ressourcen Körper verbraucht und die auf Dauer belastet. Wenn wir ausatmen, wird dagegen der Parasympathikus aktiviert und signalisiert dem Körper Entspannung und Ressourcen werden aufgebaut. Im Extrem wäre das ein meditativer Zustand, weshalb auch in vielen Meditationstraditionen Atmung eine wichtige Rolle spielt.


Die gegensätzlichen Effekte des Ein- und Ausatmens lassen sich sogar anhand des Herzschlags messen. Beim Einatmen schlägt das Herz ein wenig schneller, beim Ausatmen ein wenig langsamer. Diese Schwankungen werden in der Medizin respiratorische Arrhythmie genannt. In der Messung der Herzratenvariabilität wird dieser Effekt genutzt, um deinen gesamten Gesundheitszustand zu analysieren. Vielleicht in einem weiteren Podcast mehr dazu.

Zum Glück können wir unseren Atem auch bewusst zur Heilung und Gesundheitsförderung anwenden. Wenn wir unsere Atmung vertiefen senden die Lunge ein Signal an das Nervensystem auf die Bremse zu treten und so für Erholung und Ressourcen Aufbau zu sorgen. Dadurch kann sich unser innerer Arzt, der Parasympathikus, wieder an die Arbeit machen.


36 bewusste Atemzüge – Die große Umarmung

Der Atem wird in verschiedenen Weisheitslehren als „der letztendliche Heiler“ bezeichnet. Der Atem ist die Essenz unseres Seins, auch „universelle Lebensenergie“ genannt. Mary Burmeister, die das Jin Shin Jyutsu zu uns in den Westen brachte, sagt: „Es gibt immer eine Möglichkeit, es ist nie zu spät. Solange wir atmen, können wir etwas verändern.“


Das Geheimnis unseres Wohlbefindens liegt im Atem. An diesem kann unsere momentane Befindlichkeit abgelesen werden.

  • • Setz dich aufrecht und möglichst entspannt hin, so wie es dir gerade angenehm ist. Wenn der Rücken gerade ist, kann der Atem besser fließen.

  • • Umarme dich selbst, indem du mit den Händen unter die gegenüberliegende Achsel greifst und die Oberarme entspannt über die Finger fallen lässt. Der Daumen bleibt draußen und liegt entspannt in der Nähe des Schlüsselbeins.

  • • Lass die Schultern fallen und beobachte deinen Atem. Versuch ihn wirklich nur zu beobachten und seine momentane Qualität zu beobachten. Nimm auch deine Gedanken wahr, z.B. wie der Atem eigentlich sein sollte oder wie du deine Atem-geschwindigkeit interpretierst

  • • Die Ausatmung reinigt, die Einatmung kräftigt. Mit der Ausatmung strömen alle belastenden Spannungen aus dem Körper. Die Einatmung bringt neue Energie und Lebensfreude für Körper, Geist und Seele.

  • • Wenn du willst kannst du dem Ausatem alles mitgeben, was du klären möchtest. Beim Ausatmen fließt die Lebensenergie vom Kopf bis zu den Zehen hinunter und reinigt die gesamte Vorderseite.

  • • Lass den Einatem kommen und genieß, wie die Lebensenergie auf der Rückseite des Körpers von den Füßen bis hinauf zum Kopf erfrischt und belebt.

  • • 36 solche bewusste Atemzüge klären und erneuern komplett den Körper, den Geist und die Seele. Du kannst 36 mal einen bewussten Atemzug über den Tag verteilt atmen oder 4 mal 9 bewusste Atemzüge oder in der Aufteilung wie es dir angenehm ist.

Wenn du z.B. vor einer Veränderung stehst oder klare Gedanken für eine Entscheidung treffen musst, sind diese 36 bewussten Atemzüge eine gute Hilfe.


Hilfen

Bei allgemeinen Atembeschwerden helfen dir die Mineralsalze 3, 6 oder 7 sehr gut weiter. Du kannst diese einnehmen oder ein Fußbad nehmen. Bei Infektanfälligkeit hat sich die Kalyana-Creme Nr. 3 hervorragend bewährt. Wenn du deinen Hals regelmäßig mit ihr eincremst, gehen erfahrungsgemäß die Infekte zurück. Auch bei kalten Füßen hilft das Einmassieren oder ein Fußbad wunderbar.


Zitat

Zum Abschluss noch ein kleines Zitat:

Wer Licht macht, kann die Sterne nicht sehen. Wer Lärm macht, kann Gottes Atemzug nicht hören. (Stijin Streuwels)




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